Farbdoppler-Echocardiographie

Die Farbdoppler-Echocardiographie ist eine spezielle Form der Ultraschalluntersuchung, bei der das Aussehen, die Durchblutung und die Frequenz des Herzens und der herznahen Blutgefäße untersucht werden. Veränderungen an den Herzkammern, Herzklappen und der Blutgefäße werden dargestellt und ihre Auswirkungen auf die Herztätigkeit festgestellt.


Angeborene Herzfehler sind die häufigsten Fehlbildungen der Feten und Neugeborenen. Sie treten bei ca. 8 Kindern pro 1000 Neugeborenen auf. Herzfehler können nicht nur hinweisend sein auf ernsthafte Erkrankungen des Feten, sondern sie erfordern meist eine spezialisierte Betreuung des Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt durch die Kinderkardiologen.

Bei Familien, in denen bereits ein Familienmitglied einen Herzfehler aufweist, besteht ein etwas erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten eines Herzfehlers. Aber über 80% der angeborenen Herzfehler treten in diesbezüglich unbelasteten Familien auf.

Wenn ein Herzfehler festgestellt wird, ist es sinnvoll eine Chromosomenstörung durch eine Amniozentese (Fruchtwasserpunktion) auszuschließen. Bei ca. 22% der Herzfehler bestehen chromosomale Auffälligkeiten. Bereits vor der Geburt können Gespräche mit Kinderkardiologen und in einigen Fällen mit Herzchirurgen aufgenommen werden, um die optimale Betreuung der Familien vor und nach der Geburt zu gewährleisten.

Bei wem sollte eine Echokardiographie durchgeführt werden?

  • bei Frauen mit Diabetes mellitus oder anderen Stoffwechselerkrankungen
  • bei Einnahme bestimmter Medikamente in der Frühschwangerschaft
  • bei Frauen mit angeborenen Herzfehlern in der Familie
  • bei Mehrlingsschwangerschaften
  • bei Verdacht auf einen Herzfehler oder einer Herzrhythmusstörung des Feten
  • bei Nachweis anderer Fehlbildungen des Feten, z.B. einer erhöhten Nackentransparenz in der 11.-14. SSW
  • bei einer anderweitigen Risikosituation, in der sich die Schwangere gegen eine Chromosomenanalyse entschieden hat

Aber: ca. 80% der Herzfehler werden bei Kindern von Schwangeren ohne spezielle Risiken entdeckt!

In welcher Schwangerschaftswoche (SSW) wird die Untersuchung durchgeführt?
Heute können Untersuchungen des fetalen Herzens bereits ab der 13. SSW durchgeführt werden. Je früher die Untersuchung in der Schwangerschaft erfolgt, desto unsicherer ist sie allerdings, da das Herz noch sehr klein ist. Der günstigste Zeitpunkt ist die 20.-22. SSW. In diesen Wochen können speziell ausgebildete Untersucher ca. 80% aller Herzfehler nachweisen.